Was
kann man da machen?
Die Papiere rollen sich in der Papierablage
Bei der Papier & mehr Beratungshotline
fragte Herbert Knufer nach einem Papier, dass sich nicht in der Papierablage
rollt.
Auf Nachfrage schilderte Herr Knufer sein Problem:
H.K: Ich drucke mit meinem Laserdrucker
personalisierte Werbebriefe mit einer Auflage von 250 - 500 Stück.
Nach dem vierten oder fünften Ausdruck fliegen die ersten Seiten
auf den Fußboden, weil sich das Papier im Ausgabeschacht
rollt und danach nicht mehr richtig ablegt. Welches Papier
können Sie mir da empfehlen?
Hotline: Bevor wir über eine Papiersorte sprechen, muss ich
etwas ausholen und erklären, warum sich
das Papier im Ausgabeschacht rollt.
Laserdrucker, aber auch Kopierer, drucken mit einem Toner
(Farbe) der auf das Papier übertragen und danach mit
hoher Hitze aufgeschmolzen wird.
Bei einem monochromen Laserdrucker kann eine Temperatur
von fast 200 °C erreicht werden. Farblaserdrucker
erreichen hier noch höhere Temperaturen. Stellen Sie sich jetzt
mal vor, Sie greifen auf eine 200 °C heiße Herdplatte. Genau
wie Sie, reagiert das Papier auf die Hitze sehr heftig.
Grundbestandteil von Papieren sind Zellstoffe.
Je höher der Zellstoffanteil, je besser ist die Stabilität.
Je preisgünstiger ein Papier ist, je weniger
Zellstoff wird bei der Herstellung eingesetzt. Das fehlende
Material wird mit sogenannten Bindemitteln aufgefüllt. Etwas
einfach gesagt, bestehen diese Füllstoffe aus Kreide mit Klebstoff.
Diese Papier verhalten sich beim Durchlauf und beim Ablagen nicht
so stabil, wie Papiere mit hohem Zellstoffanteil.
Des weiteren besitzen Papiere eine Restfeuchte,
das ist völlig normal und für eine gute Verarbeitung im
Drucker notwendig. Aber zu viel Feuchtigkeit kann
den Papierdurchlauf stören.
Auch hier wieder der Vergleich mit einer Herdplatte. Ein Wassertropfen
auf der heißen Herdplatte wird ultraschnell hoch erhitzt
und verdampft explosionsartig. So auch die im Papier
enthaltene Feuchtigkeit (Restfeuchte) beim Fixieren des Toners.
Damit sind schon die wesentlichen Vorgänge beschrieben.
Für eine gute Verarbeitung und einen stabilen Lauf durch die
Geräte sind die Rohstoffe und die Restfeuchte des Papiers verantwortlich.
Das Papier läuft durch den Drucker, wird mit dem Toner
(Farbe) bestäubt und wird dann durch Hitze fixiert. Dort steigt
die Oberflächentemperatur auf der Druckseite sehr schnell bis
zu 200 °C und mehr an. Die im Papier befindliche Feuchtigkeit
(Restfeuchte) verdampft explosionsartig. Dabei verändert
sich die Oberflächenstruktur des Papiers.
Die bedrukte Seite ist trockner als die Rückseite, weil
die Rückseite nicht so stark aufgeheizt wird. Das Papier dehnt
sich auf der Druckseite aus.
Wenn das Papier nicht genug Zellstoffanteile besitzt oder zu
viel Restfeuchte hat, dann rollt sich das Papier.
Der Curl, wie die Fachleute sagen, hängt von
der Papierqualität und der Feuchtigkeit
des Papier ab.
Aber selbst hochwertige Papiere rollen sich, wenn sie zu feucht
sind.
Papiere reagieren hygroskopisch.
Das bedeutet, dass sie Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können.
Dieses müssen Sie bei der Lagerung des Papiers
beachten. Die relative Luftfeuchte bei Raumtemperatur
soll zwischen 50 - 55 % liegen.
Gute Papiere sind in einer Klimaschutzverpackung
eingeschlagen, deshalb sollten Sie nicht gebrauchtes Papier nie offen
liegen lassen und immer wieder in die Verpackung zurücklegen.
Prüfen Sie einmal die besprochenen Punkte. Besondere
Beachtung verdient die relative Raumfeuchte beim Drucker und im Papierlager.
Wenn das geklärt ist und Sie immer noch das Problem haben, dann
kann ich Ihnen ein gutes Laserpapier anbieten.
H.K. Vielen Dank für Ihre Beratung. Ich will diese Punkte zunächst
klären und melde mich wieder bei Ihnen.
Herr Knufer rief eine Woche später an und sagte, dass er sein
Kopierpapier falsch gelagert habe. Tests ergaben, dass das Papier
zu feucht war und deshalb die Probleme verursachte.
Weitere, vertiefende Informationen auf der Papier
& mehr Homerpage
Papierqualität
und Anwendungsempfehlungen
Die
positiven Eigenschaften von Laser- und Kopierpapieren
Die hier aufgeführten Begriffe und Fachausdrücke
sind nach bestem Wissen zusammengestellt und erheben keinen Anspruch
auf Vollständigkeit. Sie gelten für den Europäischen
und insbesondere für den Deutschen Markt.
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