Das Immobilienangebot im Aushang
- Warum sind einfache Kopierpapiere für Farbbilder aus dem Tintenstrahldrucker
nicht so gute geeignet?
- Welche Papiere kann man für einfache und welche für gute
Photodrucke verwenden?
Eines Tages besuchte ich, Reinhard Bergmann, Jens-Martin
Makler in seinem Büro. Er war gerade mit seinem Drucker beschäftigt
und hielt mir einige Ausdrucke unter die Nase und polterte los. Das
kann man doch nicht in den Aushang hängen. Darauf ist doch nichts
zu erkennen. Den neuen Drucker kannst Du in die Tonne kloppen.
Ich
sah mir die Fotos, die er mit seinem neuen Tintenstrahldrucker
gedruckt hatte, genau an. Er hatte wirklich recht, mit solchen
Bildern verkauft er keine seiner Immobilien. Die Farben waren verwaschen
und zu dunkel, die Linien unscharf. Mit einem Wort: Nicht zu gebrauchen.
Ich
griff zu meiner Lupe und betrachtete den vergrößerten Ausschnitt. Den
Fehler darfst Du nicht bei Deinem Drucker suchen.
Betrachte das Foto einmal durch die Lupe. Siehst Du, wie die Punkte
im Papier verlaufen. Der einzelne Tintenpunkt ist sehr groß. Das
Papier saugt die Tinte auf, dabei wird der Punkt größer. Das
kennst Du doch vom Füllhalter. Der schreibt auch nicht auf jedem Papier
gleich gut. Bei einigen Papieren verläuft die Tinte und der Strich wird
sehr breit. Das ist auch hier der Fall. Deine Vorlage für den Aushang
ist für Laserdrucker und Kopierer geeignet, aber nicht für den Bilderdruck
mit dem Tintenstrahldrucker.
Er
wurde schon etwas ruhiger. Jedes Foto setzt sich aus winzigen
Tintenpunkten zusammen, erklärte ich ihm weiter, dazu werden
vier Farben eingesetzt. Cyan, Gelb, Magenta und Schwarz.
Die Farbintensität wird durch die Anzahl und durch
die Größe der Tintenpunkte bestimmt. Je feiner die
Punkte sind und je dichter sie beieinander liegen, um so besser kann
das gedruckte Bild aussehen.
Wenn
Du nun mit einer sehr hohen Auflösung druckst, so wie
Du sie hier ausgewählt hast, dann liegen die Punkte sehr eng
beieinander. Und bei diesem Papier laufen die Farben ineinander.
Die Auflösung eines Druckers wird in DPI angegeben. DPI bedeutet
- Dots per Inch (Anzahl der Druckpunkte per Zoll). Ein Bild
aus dem InkJet-Drucker kann bis zu 5760 Druckpunkte per Zoll haben.
Für
solche Ausdrucke benötigst Du spezialbeschichtetes InkJet-Papier.
Das Papier ist mit einer Beschichtung versehen, die
auf die Tinte abgestimmt ist. Auf und in dieser Schicht
verlaufen die Farben nicht oder nur ganz gering.
Der Tintenpunkt kann vom Druckkopf und vom Druckertreiber
exakt dosiert werden und bekommt, wie die Fachleute
sagen, keinen Zuwachs.
Wie
kann ich das Problem lösen?, fragte er mich, ich habe mir von einer
Druckerei die Vorlagen für den Aushang drucken lassen. Das Logo und
den Rahmen möchte ich natürlich weiter verwenden. Bisher funktionierte
das ja auch. Den Text habe ich mit dem Laserdrucker gedruckt und das
Foto anschließend aufgeklebt
Hast
Du die Vorlage für den Aushang in Form einer Grafik - Datei?, fragte
ich ihn. Als er verneinte, dann empfahl ich ihm: Mach Dir einmal
die Arbeit und digitalisiere die Vorlage mit
Deinem Grafik-Programm. Mit dieser Datei kannst Du dann alles
selber drucken. Das Logo mit dem Rahmen und gleichzeitig die
Texte und Bilder druckst Du dann in einem Mal aus. Den Entwurf kannst
Du Dir als Arbeitsvorlage abspeichern, die für jedes neue Angebot wieder
verwendet werden kann.
Wenn Du das soweit vorbereitet hast, dann brauchst Du nur
noch Texte an den dafür vorgesehenen Stellen einfügen, das
Bild einscannen und das gesamte Dokument auf Deinem InkJet-Drucker ausdrucken.
Damit schlägst Du mehrere Fliegen mit einer Klappe. Du brauchst
Dir keine Drucksachen mehr zu kaufen. Die Angebote
sehen sehr professionell aus. Jederzeit sind Änderungen
möglich und wenn Du willst, dann kannst Du diese Datei
auch als eMail-Anhang an interessierte Kunden versenden.
Auf
die Idee muss man erst kommen, meinte Jens-Martin Makler, das probiere
ich. Welche Papiere empfiehlst Du mir für den Aushang
im Schaukasten zur Straße?
Für
diesen Zweck kannst Du das spezialbeschichtete Papier verwenden.
Das gibt es als 120 g, 170 g oder 195 g Papier. Ein
dünnes würde ich nicht nehmen. Wegen der Feuchtigkeit im Aushang-Kasten
brauchst Du keine Bedenken zu haben, denn die Tinten werden von der
Beschichtung so fixiert, dass durch ein Wassertropfen das Bild nicht
verlaufen kann.
Reicht
die Druckqualität denn aus, fragte Jens-Martin.
Wenn
Du noch bessere, brillantere Bilder drucken willst,
dann drucke auf dem Photopapier. Diese Drucke sind
kaum noch von den aufgeklebten Fotos zu unterscheiden,
die Du jetzt in den Aushang hängst, antwortete ich ihm. Ich liefere
Dir eine Packung spezialbeschichtetes Papier und eine Packung Photopapier
170 g. Prüfe beide Papiere, dann siehst Du selber, welches Papier für
diesen Zweck besser ist.
Das
ist ein guter Vorschlag. Ich werde die Vorlage überarbeiten und mit
dem Grafik-Programm digitalisieren und es dann einmal mit beiden Papieren
probieren, antwortete Jens-Martin und verabschiedete mich mit einem
herzlichen Dankeschön.
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